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Geschichte

Jüdische Erstbesiedlung Mecklenburgs 1260-1492


1260Juden in Wismar laut Vermerk im Wismarer Stadtbuch)
14. April 1266Erwähnungen von Juden in Wismar (Wismarer Urkunde)
1267Juden in Boizenburg (Elbe)
1267möglicherweise erste Erwähnung von Juden in Parchim
1270Pogrom in Wismar
1279jüdischer Begräbnisplatz in Rostock
29. September 1279Vertreibung von Juden aus Wismar
1290Ausweisung der Juden aus Wismar
1310Juden in Wismar
1324Juden in Schwerin
1323/25Pogrom in Krakow am See: Hostienschändungsprozess, mehrere Juden auf dem Jörnberg gerädert
1330Pogrom in Güstrow: Verbrennung von 23 Güstrower Juden und Zerstörung der Synagoge
1337Begrenzung der jüdischen Einwohner in Wismar auf fürstlichen Befehl
1340-1350Nachweise von Juden in Rostock
1341Nachweis von Juden in Schwerin, Rostock und Wismar
1350Juden in Friedland
1350Ratsbeschluss in Wismar, dass Juden zwar auf Jahrmärkten Handel treiben, aber nicht mehr dauerhaft in der Stadt wohnen dürfen
1350Judenvertreibungen aus Wismar und Rostock
1350Juden in Malchin
19. Mai 1350Schächtungsregeln für die Juden von Malchin
1364Juden in Parchim
1378Juden in Malchin
1440Juden in Neubrandenburg
24. Oktober 1492Pogrom in Sternberg: Hostienschändungsprozess, Verbrennung von 27 Juden auf dem Judenberg, Ausweisung aller Juden aus Mecklenburg und damit Ende jüdischen Lebens in Mecklenburg

Neuansiedlung in Mecklenburg ab dem 17. Jahrhundert


um 1658jüdische Hofagenten in Schwerin
um 1679Wiederansiedlung von Juden in Mecklenburg (nach Tychsen Hoffaktoren Hagen und Benedix in Schwerin)
um 1700Juden und jüdischer Begräbnisplatz in Röbel (Müritz)
1701Hofjuden in Mecklenburg-Strelitz
1704Niederlassungserlaubnis für erste Hofjuden in Strelitz durch Herzog Adolf Friedrich II.
1717Anlegung des jüdischen Friedhofs in Schwerin
1728jüdischer Begräbnisplatz in Strelitz
1730etwa 330 jüdische Familien leben in Mecklenburg
um 1730Juden in Rossow
um 1736erste Schutzjuden in Waren (Müritz)
1738erste Hofjuden in Bützow
um 1739erste Schutzjuden in Crivitz
1742mglw. erste Ansiedlung von Juden in Ribnitz
1744Ansiedlung zweier Schutzjuden in Rehna
um 1745erste Schutzjuden in Fürstenberg (Havel)
um 1749erste Schutzjuden in Güstrow
1749erster Schutzjude in Penzlin
um 1750erster Schutzjude in Brüel
um 1750jüdischer Begräbnisplatz in Penzlin
1752Judenlandtag in Malchin
um 1753erste Schutzjuden in Plau am See
1754Vertreibung nicht-konzessionierter Juden aus Mecklenburg auf Betreiben der Städte
1755Landesgrundgesetzlicher Erbvergleich (LGGEV): erste gesetzliche Regelungen für Juden, die sie zu Bürgern zweiter Klasse machten
1756erste Schutzjuden in Parchim
1756erster Schutzjude in Tessin
27. Januar 1756erste Juden in Krakow erhalten ein Wohnrecht
31. März 1757Schutzjuden in Neukalen ansässig
um 1758erster Schutzjude in Neustadt(-Glewe)
um 1760erste Schutzjuden in Malchow
6. Juni 1760erste Schutzjuden in Neustadt(-Glewe) erhalten ein Privileg
18. September 1762jüdischer Begräbnisplatz in Teterow
ab 1763Einführung eines Landesrabbineramtes
5. November 1763Dienstantritt des Oberrabbiners Jeremias Israel
1763Synagoge in Alt-Strelitz
1764Judenlandtag in Schwaan
1764erste Schutzjuden in Hagenow
1764Ordnung und Statuta für die in den Herzoglich Mecklenburgischen Landen wohnenden Schutzjuden
1765zwei Schwaaner Judenfamilien sind in Sternberg ansässig
1767Judenlandtag in Crivitz
1773Synagoge in Schwerin
1773Dienstantritt des Oberrabbiners Josua Spira
1775Dienstantritt des Oberrabbiners Marcus (Mordechai) Lazarus Jaffe
8. März 1781Verordnung zur Begrenzung von nichtkonzessionierten oder privilegierten Juden in Mecklenburg-Strelitz
22. Juni 1782erster Schutzjude in Gadebusch
16. Oktober 1785Verordnung zur Beschränkung der Schutzjuden durch Friedrich Franz I.
1783erster offizieller Schutzjude in Sternberg
1799Synagoge in Boizenburg (Elbe)
1810mit dem Eintritt Mecklenburgs in den Rheinbund besteht Militärpflicht für Juden
22. Februar 1813Erlass des Emanzipationsedikts durch Großherzog Friedrich Franz I.: „landesherrliche Constitution zur Bestimmung einer angemessenen Verfassung der jüdischen Glaubensgenossen in den herzogl. Landen“ vom 22. Febr. 1813
1814Dienstantritt des Oberrabbiners Josua Falk Albu
1. September 1817Aufhebung des Emanzipationsedikts durch Großherzog Friedrich Franz I. auf Druck der Stände
1818Ansiedlung von Juden in Demmin
1819Hep-Hep-Krawalle in Mecklenburg, einige Vorfälle in Schwerin und Güstrow
1825jüdischer Begräbnisplatz in Sternberg
1825erster jüdischer Begräbnisplatz in Demmin
1825, 1828, 1830Vertreter der jüdischen Gemeinschaft Advokat Dr. Aarons und Hofgraveur Meyer Löser aus Güstrow unternahmen 1825 neuen Vorstoß in Richtung staatsbürgerliche Gleichstellung, Tagesordnungspunkt auf den Landtagen 1828 und 1830
1827vereinzelte Bürgerrechtserteilungen durch die Städte auf Grundlage "Circularverordnung" vom 18. August 1827[Stadtarchiv Rehna, A 6/76, Bürgerrecht]
Oktober 1829Zulassung des ersten jüdischen Rechtsanwalts Nathan Aarons in Güstrow
April 1832Zulassung des ersten jüdischen Rechtsanwalts Lewis (Levi) Jacob Marcus in Schwerin
1835Feierlichkeiten der jüdische Gemeinden, u. a. Grevesmühlen, Röbel, Bützow und Neubukow, anlässlich der 50. Jubelfeier der Regierung des Großherzogs Friedrich Franz I.
1836Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin: „Verein zur Beförderung von Handwerken unter den israelitischen Glaubensgenossen in Mecklenburg“, Großherzog Friedrich Franz I. gestattete Juden den Zutritt zu allen Handwerken
14. Mai 1839„Statut für die allgemeinen kirchlichen Verhältnisse der israelitischen Unterthanen im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin“ 1839: Verhältnisse der Juden bezüglich des Ritus und ihres Gemeindelebens geregelt. Damit wurde die „Israelitische Landesgemeinde“ faktisch in den Rang einer Staatskirche erhoben.
Oktober 1840erstmalige landesherrliche Bestätigung des Israelitischen Oberrats
19. September 1840Dienstantritt des Landesrabbiners von Mecklenburg-Schwerin Dr. Samuel Holdheim
29. April 1843Synagogenordnung für die Synagogen des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin
1847Dienstantritt des Landesrabbiners von Mecklenburg-Schwerin Dr. David Einhorn
1847zweiter jüdischer Begräbnisplatz in Demmin

Napoleonische Befreiungskriege 1813-1815


1813-1815Mindestens 27 jüdische Teilnehmer aus 13 Mecklenburger Städten, u. a. Freiwilliger Jäger Löser Cohen aus Güstrow, Freiwilliger Husar Heimann Potzernheim aus Fürstenberg, Jacob Salomon aus Penzlin, der Trompeter der dritten Escadron des reitenden Jäger-Regiments Ferdinand Löwenhelm und Simon Liepmann Lichtenstein aus Hagenow, Ferdinand Block (Blond Salomon) aus Bützow, Wolf aus Rossow, der Freiwillige Reitende Jäger Hirsch Müller und ein Mann namens Bernhard, beide aus Ribnitz

Deutsche Revolution 1848/49


ab 1847Befreiung von der Pflicht zur wiederkehrenden Schutzgeldzahlung für Juden
15. März 1847„Gehorsamste Vorstellung und Bitte der jüdischen Mitglieder des Oberraths, betreffend das Verhältnis des jüdischen Glaubensbekenntnisses zur bürgerlichen Gleichstellung. An die hohe Landes-Regierung“ vom 15. März 1847
März 1848Bürgerversammlung auf dem Wall in Güstrow: Forderung nach vollständiger Gewissensfreiheit und bürgerlicher Gleichstellung aller Konfessionen
von 1840 - 1850Landesherrlicher Erlass von Gemeindeordnungen für die jüdischen Einwohner in den Mecklenburger Städten
17. Mai 1848„Schulordnung für die Israelitischen Religionsschulen in Mecklenburg-Schwerin“ tritt in Kraft
27. Dezember 1848Erlass des „Gesetzes betreffend die Grundrechte des deutschen Volkes”, das erst im März 1849 endgültig durch die verkündete Frankfurter Paulskirchenverfassung und das entsprechende Gleichstellungsgesetz auch in Mecklenburg-Schwerin Geltung erlangen sollte
10. Oktober 1849mit der Verkündung des Staatsgrundgesetzes wurde das ständische System im Großherzogtum aufgehoben faktische Gleichstellung der Juden, jedoch nur bis September 1850
14. September 1850„Freienwalder Schiedsspruch“: Verfassung vom Oktober 1849 wird aufgehoben und die Stände wieder in ihre alten Rechte versetzt (LGGEV), Niederlage der Deutschen Revolution
ab 1850beginnende Abwanderung und Emigration
23. Juli 1853Dienstantritt des Landesrabbiners Dr. Baruch Lipschütz
1854Auflösung der jüdischen Gemeinde von Rossow
1859Dienstantritt des Landesrabbiners von Mecklenburg-Schwerin Dr. Salomon Cohn
1859Dienstantritt des Landesrabbiners von Mecklenburg-Strelitz Dr. Jacob Hamburger
21. März 1859Schändung des jüdischen Friedhofs in Sternberg

Deutsch-Französischer Krieg 1870/71


1870/71Jüdische Teilnehmer aus Mecklenburg

Gründung Deutsches Reich, beginnende Gleichstellung der Juden um 1871


12. Dezember 1866Einweihung der Synagoge in Krakow am See
1867Petititon der jüdischen Gemeinden von Alt-Strelitz, Neustrelitz, Neubrandenburg, Fürstenberg und Mirow an den Norddeutschen Reichstag um Gleichstellung der Juden
1. November 1867Erlass des Gesetzes über die Freizügigkeit und die Gewerbefreiheit durch den Norddeutschen Bund: weitere Gleichstellung der Juden
3. Juli 1869im Zuge der Herstellung der Reichseinheit 1869 erhalten die Juden in Mecklenburg fast alle bürgerlichen Rechte, „Gesetz betreffend die Gleichberechtigung der Konfessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung“ (Erlass am 3. Juli 1869, am 22. April 1871 wurde dieses Gesetz auf das gesamte Gebiet des neuen Deutschen Reiches ausgeweitet)
1873Synagoge in Grevesmühlen
ab 1875durch den Israelitischen Oberrat und der Abteilung für geistliche Angelegenheiten des Innenministeriums erste Auflösungs- oder Anschlussversuche zu kleiner Israelitischer Gemeinden, scheitert aber häufig an den Gemeindemitgliedern (so z. B. in Sternberg)
Mai 1876Dienstantritt des Landesrabbiners von Mecklenburg-Schwerin Dr. Fabian Feilchenfeld
11. März 1883Auflösung der jüdischen Gemeinde von Rehna
15. Mai 1884Auflösung der jüdischen Gemeinde von Grevesmühlen
2. Oktober 1889Auflösung der jüdischen Gemeinde von Neustadt-Glewe und Anschluss an die Parchimer Gemeinde
1895Schändung des jüdischen Friedhofs in Röbel (Müritz)
21. August 1899Auflösung der jüdischen Gemeinde von Neukalen
1902Anschluss der jüdischen Gemeinde von Wismar an Bützow
1910Dienstantritt des Landesrabbiners von von Mecklenburg-Schwerin Dr. Siegfried Silberstein (letzter Landesrabbiner)
30. August 1913Auflösung der jüdischen Gemeinde von Brüel

Erster Weltkrieg 1914-1918


1914-1918Jüdische Teilnehmer aus Mecklenburg, u. a. Hans Wolfsohn aus Altstrelitz, Arnold Leopold und Max, Karl und Otto Loewenberg aus Waren (Müritz),
Richard und Alfred Schlomann, Max und Ernst Jacobson und Ernst und Fritz Löwenthal aus Malchow,
Robert Beyer aus Röbel (Müritz), Emil Löwi aus Neukalen, Arthur und Benno Bock, Walter Heine, Martin Keibel,
Hermann Müllerheim und Ernst Robert aus Neubrandenburg, Max Bonheim aus Schwerin, Robert Jacob und Victor und Leopold Lichtenstein aus Grabow,
Max und Julius Ascher, Hermann Lichtenstein, Emil Ascher, Helmut Hirschfeld aus Neustadt-Glewe und insgesamt 42 Rostocker, u. a. Arnold Bernhard, Hugo Sawitz, Hans Lindenberg, Richard und Franz Josephy
26. April 1914Auflösung der jüdischen Gemeinde von Bad Sülze
1914Anschluss der jüdischen Gemeinde von Fürstenberg (Havel) und Anschluss and die Gemeinde von Neubrandenburg)
1916Schändung des jüdischen Friedhofs in Röbel (Müritz)
12. März 1915Auflösung der jüdischen Gemeinde von Schwaan und Anschluss an die Rostocker Gemeinde
1917Auflösung der jüdischen Gemeinde von Penzlin
27. Mai 1918Auflösung der jüdischen Gemeinde von Crivitz und Anschluss an die Schweriner Gemeinde

Weimarer Republik


1918Herrschaft der Ritter- und Landstände unter Führung des großherzoglichen Hauses der Staatsform nach geht zu Ende
1918verfassungsgebender Landtag in Mecklenburg-Strelitz, Entstehung Freistaat
1919verfassungsgebender Landtag in Mecklenburg-Schwerin, Entstehung Freistaat
1920„Gesetz über die Einführung der Mecklenburgisch-Schwerinischen Verfassung mit Übergangsbestimmungen“ vom 17. Mai 1920, vollständige Gleichstellung der Juden
1920erSchändungen jüdischer Friedhöfe
7.-9. April 1920Schändung des jüdischen Friedhofs in Malchow
1920ererneute Anschluss- bzw. Auflösungsbestrebungen durch den Israelitischen Oberrat und der Abteilung für geistliche Angelegenheiten des Innenministeriums, nun aufgrund geschrumpfter Gemeindemitgliederzahlen häufig erfolgreich, Auflösung der Gemeinden Dömitz, Crivitz, Plau, Bützow, Gadebusch, Malchin
1922Auflösung der jüdischen Gemeinde von Plau am See
April 1922Auflösung der jüdischen Gemeinde von Bützow
21. November 1922Auflösung der jüdischen Gemeinde von Warin und Anschluss an die Schweriner Gemeinde
30. Oktober 1923Auflösung der jüdischen Gemeinde von Gadebusch und Anschluss an die Schweriner Gemeinde
Mai 1924Schändung des jüdischen Friedhofs in Ribnitz
1925Auflösung der jüdischen Gemeinde von Malchin
1926Verlegung des Sitzes des Israelitischen Oberrates und des Landesrabbinates nach Rostock
März 1926Schändung des jüdischen Friedhofs in Gnoien
November 1926Schändung des jüdischen Friedhofs in Gnoien
um 1927Auflösung der jüdischen Gemeinde von Malchow
1. Februar 1932Schändung des jüdischen Friedhofs in Ribnitz

Mecklenburg im Nationalsozialismus


Sommer 1932Verbot des Schächtens durch Mecklenburg-Strelitzischen Landtag
1933mit Beginn des Nazi-Regimes lebten in Mecklenburg nach nationalsozialistischer Definition etwa 1000 Juden in 47 Gemeinden
1. April 1933„Judenboykott”, zahlreiche Gewerbetreibende, Ärzte, Anwälte, „jüdische” Firmen werden bedrängt
1933Auflösung der jüdischen Gemeinde von Krakow am See
ab 1933Juden emigrieren oder flüchten in die Anonymität der Großstädte, vor allem nach Hamburg und Berlin
1934Schändung des jüdischen Friedhofs in Gnoien
1934Zusammenlegung der Israelitischen Landesgemeinde Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz zur Landesgemeinde Mecklenburg
ab 1934Betreuung des Landes Mecklenburg durch den Lübecker Rabbiner Dr. David Alexander Winter
ab 1935Enteignungen und „Arisierungen” von jüdischen Betrieben, Berufsverbote bei Anwälten, Ärzten, Lehrern, Einzug von Radiogeräten, Entzug des KFZ-Führerscheins
1935Auflösung der jüdischen Gemeinde von Teterow
15. September 1935Crivitz erklärt sich als erste Mecklenburger Stadt für „judenfrei”
Juli 1936Schändung des jüdischen Friedhofs von Parchim
1938Boizenburg (Elbe) erklärt sich für „judenfrei”
28. Oktober 1938Mirow erklärt sich für „judenfrei”
9./10. November 1938„Reichskristallnacht”/„Reichspogromnacht”:
Schändung von 13 jüdischen Friedhöfen,
Zerstörung von 11 Synagogen: darunter Parchim, Ribnitz, Teterow, Alt-Strelitz/Neustrelitz, Güstrow, Gnoien, Neubrandenburg, Rostock und Schwerin, Verhaftungen und KZ-Internierung männlicher Juden,
in mindestens 10 Städten kam es zu Überfällen auf Privatwohnungen und Geschäfte jüdischer Menschen,
etwa 175 jüdische Menschen werden in Mecklenburg in Haftanstalten verschleppt
15. Dezember 1938Stadt und Kreis Schönberg erklärt sich für „judenfrei”
ab 1. Januar 1939Juden müssen nun Zwangsnamen „Israel” und „Sara” tragen
Januar 1939Fürstenberg (Havel) erklärt sich für „judenfrei“
1939Schändung des jüdischen Friedhofs von Neukalen
1939Auflösung des Israelitischen Oberrates von Mecklenburg, zwangsweise Bildung der Bezirksstelle Nordwestdeutschland der „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“
Mai 1939Neustadt-Glewe erklärt sich für „judenfrei”
1940Auflösung der jüdischen Gemeinde von Hagenow
1940Sternberg erklärt sich für „judenfrei”
11. Juni 1941Auflösung der jüdischen Gemeinde von Rostock und deren Zwangsanschluss an die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland
ab 1. September 1941Juden müssen nun unter Strafbewehr in der Öffentlichkeit einen gelben Davidstern tragen
14. Februar 1942Krakow am See erklärt sich für „judenfrei”
16. Februar 1942Warin erklärt sich für „judenfrei”
16. Februar 1942Malchow erklärt sich für „judenfrei”
16. Februar 1942Waren (Müritz) erklärt sich für „judenfrei”
10. Juli 1942Deportation von Juden aus Güstrow
10. Juli 1942erste Deportation von Juden aus Schwerin
10. Juli 1942erste Deportation von Juden aus Rostock
30. Oktober 1942Neubrandenburg erklärt sich für „judenfrei”
11. November 1942Deportation von Juden aus Schwerin
11. November 1942Deportation der letzten Juden aus Güstrow
11. November 1942Deportation von Juden aus Rostock
12. November 1942Deportation der Juden aus Neustrelitz
12. November 1942Neustrelitz erklärt sich für „judenfrei”
November 1942Teterow erklärt sich für „judenfrei”
November 1942Parchim erklärt sich für „judenfrei”
1942fast alle verbliebenen Juden werden aus Mecklenburg in Vernichtungslager deportiert
1945nach nationalsozialistischer Definition leben noch etwa 46 Juden in Mecklenburg
8. Mai 1945etwa 75 Mecklenburger jüdischer Religion oder Abstammung überleben den Holocaust

Mecklenburg zu DDR-Zeiten


1948Gründung der Jüdischen Landesgemeinde in Mecklenburg unter Franz Unikower
17. September 1953Schändung des jüdischen Friedhofs in Rostock
1954baufällige Synagoge in Waren (Müritz) wird abgerissen
1954/55Schändung des jüdischen Friedhofs in Rostock
Juli 1956Schändung des jüdischen Friedhofs in Rostock
Oktober 1956Gemeindevorsitzender Franz Unikower flieht nach West-Berlin
Januar 1957neuer Gemeindevorsitzender Dr. Hugo Mehler
1959Wiederherrichtung des jüdischen Friedhofs in Hagenow
April 1960Schändung des jüdischen Friedhofs in Bützow
Mai 1961Landesrabbiner Martin Riesenburger ist auch für Mecklenburg zuständig
September 196117 jüdische Friedhöfe in den drei DDR-Nordbezirken wurden als Mahnmale neu gestaltet
September 1962neuer Gemeindevorsitzender Alfred Scheidemann
1963Restaurierung des jüdischen Friedhofs in Neubrandenburg
1964Schändung des jüdischen Friedhofs in Neubrandenburg
Juni 1964Schändung des jüdischen Friedhofs in Feldberg
Mai 1966Schändung des jüdischen Friedhofs in Boizenburg (Elbe)
1970Schändung des jüdischen Friedhofs in Grabow
August 1970Schändung des jüdischen Friedhofs in Rostock
Januar 1973neuer Gemeindevorsitzender Udo Abrahamson
Februar 1974Schändung des jüdischen Friedhofs in Schwerin
März 1974Beseitigung des jüdischen Friedhofs in Neubrandenburg, private Sicherstellung der Grabsteine
September 1980neuer Gemeindevorsitzender Friedrich Broido
1987Schändung des jüdischen Friedhofs in Grabow
November 1988Neugestaltung der jüdischen Friedhöfe in Bützow, Lübz, Rostock und Teterow
1989Schändung des jüdischen Friedhofs in Boizenburg (Elbe)
April 1989neuer Gemeindevorsitzender Thomas Barthel
20./21. Januar 1990Schändung des jüdischen Friedhofs in Rostock

Mecklenburg nach der Wiedervereinigung


Oktober 1991Schändung des jüdischen Friedhofs in Boizenburg (Elbe)
April 1992Schändung des jüdischen Friedhofs in Boizenburg (Elbe)
11. April 1995Schändung des jüdischen Friedhofs in Grabow
September 1995Schändung des jüdischen Friedhofs in Rostock
14. September 1995Schändung des jüdischen Friedhofs in Dargun
25. Oktober 1995Schändung des jüdischen Friedhofs in Teterow
9. Oktober 1997Schändung des jüdischen Friedhofs in Boizenburg (Elbe)
17. Januar 1998Schändung des jüdischen Friedhofs in Grabow
9. November 1998Schändung des jüdischen Friedhofs in Neustrelitz
9. November 1998Schändung des jüdischen Friedhofs in Boizenburg (Elbe)
26. August 2000Schändung des jüdischen Friedhofs in Güstrow
10. Februar 2001Schändung des jüdischen Friedhofs in Brüel
31. Januar 2002Schändung des jüdischen Friedhofs in Boizenburg (Elbe)
24. Februar 2002Schändung des jüdischen Friedhofs in Boizenburg (Elbe)
4. März 2002Schändung des jüdischen Friedhofs in Grabow
6. März 2002Schändung des jüdischen Friedhofs in Rostock
15. August 2002Schändung des jüdischen Friedhofs in Röbel (Müritz)
5. September 2002Schändung des jüdischen Friedhofs in Grevesmühlen
7. September 2002Schändung des jüdischen Friedhofs in Bützow
Februar 2004Schändung des jüdischen Friedhofs in Grabow
Dezember 2006Wiedereinweihung des jüdischen Friedhofs in Krakow am See
8. November 2007Schändung des jüdischen Friedhofs in Ribnitz-Damgarten
15. März 2008Schändung des jüdischen Friedhofs in Neustrelitz
17. Juli 2008Schändung des jüdischen Friedhofs in Güstrow
10. Januar 2009Gedenkstein an ehemaliger Synagoge in Teterow zerstört
25. Mai 2012Renovierungsabschluss des jüdischen Friedhofs in Kröpelin
29. Juni 2012Schändung des jüdischen Friedhofs in Kröpelin
3. September 2012Schändung des jüdischen Friedhofs in Kröpelin
3. September 2012Schändung des jüdischen Friedhofs in Rostock
18. Dezember 2013Schändung des jüdischen Friedhofs in Krakow am See
25. November 2014Wiedereinweihung des jüdischen Friedhofs in Hagenow
27. Januar 2016Schändung des jüdischen Friedhofs in Kröpelin
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(Gramenz, Jürgen / Ulmer, Sylvia - 20.09.2015)
Quellen: