Neuer Jüdischer Friedhof Parchim
Geschichte des Friedhofs
Bei dem Neuen Jüdischen Friedhof Parchim auf dem Neuen Friedhof der Stadt handelt es sich im Grunde um keinen echten jüdischen Friedhof, sondern vielmehr um eine nachträglich errichtete Gedenkstätte. Als 1969 die Stadt die Erweiterung des Schwimmbades am Wockersee beschloss, an den der alte jüdische Friedhof von Parchim angrenzte, überließ die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg der Stadt das Friedhofsgelände aufgrund des zerstörten Zustandes gegen Tausch eines neues Grundstücks auf dem geplanten Neuen Friedhof am Eichberg, worauf dann der Neue Jüdische Friedhof eingerichtet werden sollte. Die Jüdische Landesgemeinde hatte dem Tausch jedoch nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass alle Gebeine auf dem alten Friedhof geborgen und auf den neuen überführt würden. Alle noch vorhandenen Grabsteine wurden sodann abgeräumt. Nach der widersprüchlichen Quellenlage ist allerdings nicht klar, ob dabei wirklich alle Grabsteine zum Neuen Jüdischen Friedhof verbracht worden sind. Die bei den Einebnungsarbeiten aufgefundenen Gebeine wurden eingesammelt, auf den Eichberg überführt und dort bestattet. Die Gedenkstätte wurde in Folge durch einen Gartenarchitekten aus Ludwigslust umgesetzt, wobei ein Gedenkstein in der Mitte des Areals und die noch vorhandenen Grabsteine halbkreisförmig darum aufgestellt wurden. 1970 kam es dann zur Einweihung des Neuen Jüdischen Friedhofs als Gedenkstätte. Bestattungen finden dort nicht mehr statt. Die überführten Grabsteine oder Bruchstücke solcher sind heute noch zu besichtigen.
