Im Zusammenhang mit Judenverfolgungen in Mecklenburg wurde nach dem Wismarer Judenpogrom von 1270 immer wieder die angebliche Hostienschändungen im Jahre 1325 in Krakow am See in zahlreichen Publikationen zitiert, wobei die konkreten Einzelheiten zu diesem Vorfall nicht erhalten geblieben sind.
Nach der den wenigen überlieferten Einzelheiten trug es sich folgendermaßen zu: Im Jahre 1325 zog Herzog Johann II., genannt der Kahle und Herr zu Werle-Güstrow, aufgrund von Vorwürfen gegen die Juden, sie hätten die Kirchentüre zerbrochen, Hostien geraubt, anschließend zerstochen und zerstückelt in den Straßenkot getreten, ihr gesamtes Vermögen ein und ließ die verurteilten Juden trotz ihrer Unschuldsbeteuerungen auf dem dortigen Jörnberg rädern. Aus deren eingezogenen Habseligkeiten wurde schließlich eine Kapelle, die Heilig-Kreuz-Kapelle, errichtet, in der die Überreste der gemarterten Hostien aufbewahrt wurden.
