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Leopold Donath

Dr. Leopold Donath

Rabbiner

Geboren1. Oktober 1842 in Morva-Liessko/Moravské Lieskové
Gestorben1876 in Güstrow

Biografie

Rabbiner Dr. Leopold Donath kam am 1. Oktober 1842 in Morva-Liessko/Moravské Lieskové, in der heutigen Slowakei gelegen, als Sohn des Felix Donath und seiner Ehefrau Sara geb. Rosenthal zur Welt. Schon früh entschied sich Donath für eine Rabbinerlaufbahn. Nach dem Besuch der Volksschule in seiner Heimatstadt nahm er deshalb Unterricht unter anderem an der Rabbinatsschule im österreichischen Eisenstadt und am evangelischen Lyzeum in Preßburg/Bratislava, studierte später in Wien, Eisenstadt und Preßburg/Bratislava.

1870 wurde er zum Rabbiner ordiniert und muss unmittelbar danach seine Anstellung in Güstrow erhalten haben. Während seiner dortigen Rabbinertätigkeit promovierte er am 4. Januar 1872 an der Universität Rostock. Im Jahr 1874 bewarb er sich für eine Rabbinerstelle in Emden. Zum Wechsel kam es dann aus unbekannten Gründen nicht. Ihm war kein langes Leben vergönnt, denn er verstarb erst 34jährig im Jahr 1876 in Güstrow.

Neben einigen anderen Schriften veröffentlichte er 1874 sein mit Abstand wichtigstes Werk “Geschichte der Juden in Mecklenburg, von den ältesten Zeiten (1266) bis auf die Gegenwart (1874); auch ein Beitrag zur Kulturgeschichte Mecklenburgs.“, das er seinem langjährigen Lehrer Dr. I. Hildesheimer widmete. Dessen Bedeutung für die jüdische Geschichtsforschung von Mecklenburg kann heute nicht hoch genug geschätzt werden, denn keine der nachfolgenden Publikationen, die sich mit den Mecklenburger Juden beschäftigten oder diese zumindest erwähnten, kam und kommt ohne einen Bezug auf seine umfangreiche und gründliche Vorarbeit aus. Neben dem weit vor ihm in Bützow und Rostock tätigen Orientalisten Oluf Gerhard Tychsen und dem ihm später nachfolgenden Landesrabbiner von Mecklenburg Dr. Siegfried Silberstein hat sich kaum jemand so um die jüdische Geschichtsforschung Mecklenburgs verdient gemacht.

Von Gramenz, Jürgen / Ulmer, Sylvia

Anmerkungen und Quellen

  1. Projekt Juden in Mecklenburg: Gesamtstammbaum der Mecklenburger Juden (GEDCOM)
  2. Donath, Leopold: Geschichte der Juden in Mecklenburg von den ältesten Zeiten (1266) bis auf die Gegenwart (1874), Verlag Oskar Leiner, Leipzig 1874
  3. Brocke, Michael / Carlebach, Julius: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781-1871, Walter de Gruyter, München 2004
  4. Raum, Carlotta / AG „1000 Jahre Mecklenburg“ beim Landkreis Güstrow: Aus der Geschichte der Mecklenburger Juden: Krakow am See, Bützow, Laage, Teterow, Güstrow ; eine Ausstellung des Landkreises Güstrow zum Jubiläum „1000 Jahre Mecklenburg“, Broschüre, Druckerei Graetz, Berlin 1995